Maurice Gibb (*22.Dezember 1949 in Douglas, Isle of Man †12.Januar 2003 in Miami Beach Florida) war ein Popmusiker, Sänger, Komponist.
Seine letzten Tage verbrachte der 53-Jährige auf der Intensivstation der Mount-Sinai-Klinik im US-Bundesstaat Florida. Kurz nach Mitternacht nahmen seine Frau Yvonne und die beiden Kinder Adam und Samantha von Ihm Abschied. Nach über 30 Jahren auf der Showbühne waren auch sein Zwillingsbruder Robin und der älterer Bruder Barry am Sterbebett. Bis zuletzt glaubten nicht nur sein Zwillingsbruder Robin, der aus England angereist war, an die Stärke von Maurice, und das er die Krankheit überwinden kann.
Er war der "Stille Bee Gee". anders als Zwillingsbruber Robin und Bruder Barry hielt er sich zumeist im Hintergrund. Er hatte sich immer erträumt von den Fans der Bee Gees so gefeiert zu werden wie seine beiden Brüder. Doch war Ihm immer klar, dies wird für immer ein Traum bleiben
MAURICE GIBB - RAILROAD ( 1970 )
Maurice entstammte keiner wohlhabenden Familie, er gehörte wie seine Brüder eher zu den Gassekindern, keine Ausbildung, nicht reich geboren und Musik studiert, no way. Musik wurde im Radio gehört und dann an der Strassenecke gesungen. Maurice sagte einmal scherzhaft in einem Interview, eigentlich hätten die Bee Gees als Drillinge auf die Welt kommen müssen, nur bei Barry wäre etwas schief gelaufen da er 3 Jahre früher geboren wurde. Der musikalische Impuls kam vom Vater der gerne Schlagzeug spielte und von Glen Miller bis zur Oper alles anhörte. Vaters Idol war Bing Crosby und The Mills Brothers "Cielito Lindo". Der harmonische Gesang, den die Mills Brothers perfekt beherrschten, wurde von den Bee Gees kopiert und später Ihr Markenzeichen. Auch das professionelle und beim Auftritt immer mit einem lächelnden Gesicht zu erscheinen, wurden vom Vater den Kindern beigebracht. Genau so lächeln wie es die Mills Brothers machen, dies gehört zum Showbiz.
Aus den Schulchören wurden die Gebrüdern Gibb rausgeworfen, sie waren eben rechte Rüpel in Ihrer Jugend. Sie zündeten Schrebergärten an, oder auch Reklametafeln. Nur Maurice war ein Streber in der Schule (Mister Perfect) wie er sich selbst nannte. Barry mußte einmal vor Gericht und bekam 2 Jahre auf Bewährung, nachdem er Feuer gelegt hatte.
Als Maurice und Robin 6 Jahre alt waren und Barry 9 passierte ein für die Brüder wichtiger Vorfall. Sie hatten regelmässig unter dem Bandnamen "Rattlesnakes" einen Playbackauftritt im Gaumont Kino, -in der Räumlichkeit befindet sich Heute ein Bestattungsinstitut. Auf dem Weg dorthin viel Robin die Schallplatte zu Boden und zerbrach. Dies war der Grund dafür warum Sie an jenem Tage live singen mussten, das Eis war gebrochen. Der erste abendliche Auftritt war im "Russell-Street-Club" für eine halbe Krone.
1958 verlies die Gibb-Familie Großbritanien. Maurice war der Meinung eine großartige Kindheit gehabt zu haben. Die Auftritte wurden von Ihrem Vater begleitet. Der mehrstimmige Gesang, und die Jugend waren Ihr Kapital bei den Auftritten. Scherzhaft meinte Maurice, das er als 11-jähriger in der Garderobe einer Stripperin war, es war wohl kein normaler Lebenswandel für ein Kind. In Brisbane lernten die Bee Gees den Diskjokey Bill Gates kennen. Mit Ihm gingen sie das erstemal ins Studio und nahmen die ersten Eigenkompositionen auf, "Echo of your love", "Let me love you" und "Time`s Passing by". Diese Songs wurden in einer Nachmittagsshow "Platter Chatter" gespielt. Maurice betrachtete Paul Mccartney von den Beatles als seinen musikalischen Mentor. Maurice konnte sämtliche Bassläufe von Paul nachspielen. So lernte Maurice seinen Bass zu spielen. Der Song "New York Mining Disaster" von den Bee Gees, ist direkt auf die Beatles zurück zuführen. The Beatles waren auch für die jungen Bee Gees die Idole der Zeit. Alle produzierten Songs der Bees Gees aus der Zeit in Australien wurden zu "Brain Epstein" geschickt. Einige Tage später kam ein Anruf von Mr. Stigwood der Leiter von Brain Epsteins Firma, der die Songs für gut gefunden hatte. Robert Stigwood glaubte an die Qualität und die Fähigkeiten der Bee Gees und war der entscheidende Helfer für eine Karriere in der Popmusik. Stigwood war wie ein Vater zu den Bee Gees, und passte auf, das die Jungs nicht die Bodenhaftung verloren. Sein Spruch war "Ein Hit macht noch keine Karriere, auch ein zweiter noch nicht. Selbst beim Dritten Hit sagte er, bleibt ruhig.
Die Karriere der Bee Gees glich einer Berg - und Talfahrt. Von 1967 bis 1971 lief alles großartig, viele Hits auch Nummer 1 in Amerika mit "Lonely Days" und "How can you mend a broken heart". Auch der Song "Run to me" lief noch gut. Maurice Gibb - "My Thing" 1970
Dann kam der große Bruch, die Plattenfirmen wie auch der Manager verlor das Interesse an den Brüdern Gibb. Maurice leitete in diesen Jahren sogar Touristengruppen auf der Isle of man. Er verfiel dem Alkohol und feierte Feste, es gab sonst nichts zu tun. Robin lebte als einziger in England er ging etwas sparsamer mit seinem Geld um. In dieser Zeit blieb Maurice ein Rolls Royce und 8 Riesen auf der Bank. Es war absolute Funkstille. Dann mußte er den Rolls verkaufen, und wohnte in einer Wohnung neben einer Pommes Bude. Er hatte neu geheiratet nach der Scheidung von Lulu seiner ersten Frau. Maurice war Vater eines sechs Monate alten Kind Namens Adam. Und er und seine Frau konnten sich nicht mal ein Kinderbettchen leisten.
Lonely Days, Bee Gees in Concert
Eric Clapton hatte die LP "461 Ocean Boulevard" in Miami aufgenommen, und gab den Brüdern Gibb den Rat es auch in Miami zu probieren. Dies war ein guter Rat. Miami gaben den Bee Gees auch Erinnerungen an Australien wieder, was das Klima betraf. Im Studio "Criteria" das bekannt war durch die "Eagles" und "Aretha Franklin" wurde produziert-. Ein Song auf diesem Ersten in Miami produzierten Album war "Jive Talking". Mit "Arif Mardin" als Musikproduzenten war der Erfolg für die Bee Gees in greifbare Nähe gerückt.. Als an dem Song "Nights on Broadway" gearbeitet wurde wollte Arif einen Schrei einbauen, Barry ging ans Mikrophon und schrie. Mit dieser Episode war die Falsettstimme von Barry geboren. Ebenfalls eine unverwechselbare Eigenschaft der Bee Gees. Dies war der Anfang für das ganze "Night Fever Syndrom" das noch folgen sollte. Die Discowelle war im Anflug. Die Filmmusik zu "Saturday Night Fever"mit "John Travolta in der Hauptrolle kam von den Bee Gees. Im gleichnamigen Song "Saturday Night Fever" geht es textlich um das Überleben in New York, nicht um Disco und Tanzen, wie von vielen gedacht wird.. Der Beat des Songs beträgt genau 120 bpm, was dem Herzschlag in Aufregung entspricht. Ein Machosong dargebracht von femininen Stimmen, in "Three Part Harmonie" einfach paradox, doch unglaublich erfolgreich. Es ist wohl immer noch der meistgekaufte Soundtrack mit 50 Millionen Tonträgern. Die Bee Gees kamen durch den Erfolg des Soundtracks mit "Rogers and Hammerstein" -einem legendären Songwriterteam das von 1940 bis zum Tode des Liedtexters Oscar Hammerstein 1960 viele Musicals schrieb- auf eine Ebene. In einigen Radiostationen von Chicago gab es Bee Gees freie Wochenenden. Mit 5 Songs allein in den Billboard Charts war der Erfolg auf dem Höhepunkt.
Bee Gees, Maurice Gibb Last Great Performance April 27, 2001
In den 1980er arbeitete Barry Gibb mit Barbara Sreisand. Die Bee Gees schrieben auch den Song "Heartbreaker" für Dion Warwick. Für Diana Ross wurde "Island in the Stream" als R & B Song geschrieben, dieser wurde dann ein sehr erfolgreicher Country-Song, auch von Dolly Parton und Kenny Rogers interpretiert. 1987 nach 8 Jahren ohne Top-Ten-Hit, landeten sie einen Hit mit "You win again". Der gesampelte Stampf am Anfang des Songs wurde von Maurice erschaffen, und zuerst mit Vorbehalt in den Song eingebaut. Die Melodie zu "You win again" fiel Barry eines morgens nach dem Aufstehen ein.
Maurice sagte eine der schönsten Zeiten mit seinem verstorbenen Bruder Andy war die "Spirits" -Tour 1979. Beim Konzert in Houston war Andy mit auf der Bühne, für Maurice eine der schönsten Momente mit seinem viel jüngeren Bruder. Als Andy in Holywood lebte kam er mit den falschen Leuten zusammen und auf die Schiefe Bahn, Alkohol, Drogen und einen angeborenen Herzfehler setzten seinem kurzen Leben mit 30 Jahren ein Ende. Auf die Frage ob Maurice einmal seine Karriere aufgeben wollte, meinte er ,ja um Schweine zu züchten in Devon. Wenn die Leute meinen man hätte genug Erfolg gehabt, und von der Presse zerrissen wird...... Remembering Maurice and Andy Gibb
Er war "The man in the middle". Der fünfte Song auf dem Album "This is were I came in" hat diesen Titel. Der Song erreichte im März 2005 die Position 1 in der türkischen Hitparade.
Eine angeborene Darmkrankheit war der Grund für den frühen Tod von Maurice, im Alter von 53 Jahren. Die Autopsie ergab, dass sich sein Dünndarm verdrehte und die Blutzufuhr abschnürte. Vor der Operation wegen des Darmverschlusses erlitt Maurice Gibb einen Herzstillstand. Die beiden Brüder hatten ursprünglich einen Kunstfehler der Ärzte vermutet. Am 15. Januar 2003 fand die Beerdigung im kleinen Familien- und Freundeskreis statt.
Informationen zum Artikel stammen zum großen Teil aus dem Video "Keppel Road" von PolyGram Video












